KI-Assistent per Telegram: Wie ich meinen digitalen Mitarbeiter eingerichtet habe

4. Februar 2026 · 6 Min. Lesezeit · Oliver Hartmann

🤖 Was wäre, wenn du deinem Assistenten per Chat eine Nachricht schicken könntest — und er schreibt dir einen Blogartikel, deployed ihn auf deiner Website und macht nebenbei noch einen Security-Check? Genau das habe ich heute eingerichtet.

Fun Fact: Dieser Artikel wurde genau so erstellt. Ich habe meinem KI-Assistenten "Argon" per Telegram geschrieben: "Mach einen neuen Blogeintrag über OpenClaw und das was wir hier gemacht haben." — Und hier ist er.

Das Setup: OpenClaw + Claude + Telegram

OpenClaw ist ein Open-Source-Framework, das KI-Modelle wie Claude mit Messaging-Plattformen verbindet. Es läuft als Gateway auf einem Server und gibt der KI Zugriff auf Tools: Shell-Befehle, Dateisystem, Web-Suche, und mehr.

Was ich in unter einer Stunde eingerichtet habe:

  • Telegram-Bot — Mein primärer Kommunikationskanal
  • GitHub-Zugriff — Lesen und Schreiben auf mein Homepage-Repo
  • SSH zu Digital Ocean — Direktes Deployment auf meinen Server
  • Wöchentliche Security-Audits — Automatisiert per Cron

Wie die Einrichtung ablief

1. OpenClaw auf AWS EC2 installieren

OpenClaw läuft auf einem kleinen EC2-Instance in eu-central-2 (Zürich-nah, perfekt für mich in der Schweiz). Die Installation ist straightforward:

npm install -g openclaw
openclaw onboard

2. Telegram-Bot verbinden

Ein Bot-Token von @BotFather, in die Config eingetragen, und nach einem kurzen Pairing-Prozess war der Chat live. Ab jetzt kann ich von überall — Handy, Desktop, unterwegs — mit meinem Assistenten sprechen.

3. Security-Hardening

Gleich als erstes: Security-Check. Der Assistent hat selbständig:

  • OS und offene Ports analysiert
  • Berechtigungen der Config-Dateien geprüft und korrigiert
  • Einen wöchentlichen Security-Audit eingerichtet
Lass uns einen Security-Check machen
🔍 Security Scan läuft... ✅ 0 kritische Issues. State-Dir Permissions gefixed. Wöchentlichen Check eingerichtet.

4. GitHub + Deployment-Pipeline

Mit einem Fine-grained GitHub Token und SSH-Zugang zum Digital Ocean Droplet kann der Assistent jetzt:

  • Code ändern und committen
  • Auf den Server deployen
  • Verifizieren dass die Website läuft

Was kann der Assistent jetzt?

Hier ein paar Beispiele, was ich jetzt per Telegram-Nachricht auslösen kann:

  • "Schreib einen Blogartikel über X" → Erstellt HTML, pushed zu GitHub, deployed
  • "Wie ist der Security-Status?" → Führt Audit durch, berichtet Ergebnisse
  • "Check ob oh.center läuft" → Testet Website, prüft SSL, meldet Status
  • "Was steht in der package.json?" → Liest Dateien, erklärt Inhalt

Warum das cool ist

Es fühlt sich an wie ein Kollege im Chat.

Kein Dashboard öffnen. Keine SSH-Verbindung aufbauen. Keine CI/CD-Pipeline konfigurieren. Einfach eine Nachricht schicken — fertig.

Als Solo-Entwickler ist das Gold wert. Ich kann unterwegs schnell was checken oder ändern, ohne einen Laptop aufzuklappen. Der Assistent merkt sich Kontext, lernt meine Präferenzen, und wird mit der Zeit immer nützlicher.

Die Technik dahinter

Für die Techies unter euch:

  • KI-Modell: Claude Opus 4.5 (via Anthropic API)
  • Gateway: OpenClaw auf Node.js
  • Messaging: Telegram Bot API
  • Hosting: AWS EC2 (Gateway) + Digital Ocean (Website)
  • Versionierung: GitHub

OpenClaw ist Open Source und läuft auch mit anderen Modellen (GPT, Gemini) und Messengern (WhatsApp, Discord, Signal).

Fazit

🔵 Mein Assistent heißt übrigens "Argon" — nach dem Edelgas, das still da ist aber leuchtet wenn's drauf ankommt. Passend, finde ich.

Die Einrichtung hat keine Stunde gedauert. Das Ergebnis: Ein digitaler Mitarbeiter, der rund um die Uhr erreichbar ist, meine Infrastruktur kennt, und mir repetitive Aufgaben abnimmt.

Der beste Teil? Diesen Artikel habe ich nicht selbst geschrieben. Ich habe nur eine Telegram-Nachricht geschickt. 😄

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